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Die Wischauer Trachten- und Tanzgruppe in Dänemark, dem Schmelztiegel der Nationen
vom 19. bis  23. Juli 2000
Horsens
Im Stadion brodelt es. 6000 Menschen sitzen dicht gedrängt aneinander. Jubelrufe, begleitet von frenetischen Pfiffen und rhythmischen Klatschen erfüllen das Oval im Stadion von Horsens. Eine Stimmung, wie sie sonst allenfalls in Fußballstadien zu erleben ist – das ist „Europeade“, das ist die Begegnung von 182 europäischen Folkloregruppen. Und mitten drin sind die Wischauer. Diese Veranstaltung existiert in keinem einem Zeitplan eines Politikers, gehört nicht zum Kalendarium europäischer Beamter und steht dennoch für das Zusammenkommen verschiedener Völker und Nationen. Jedes Jahr treffen sich an wechselnden Orten zwischen 150 und 200 Gruppen, quer gestreut durch den freien Teil Europas, um aufeinander zuzugehen, sich kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und miteinander ein großes Fest zu feiern. „Wir leisten das, was Politiker nicht verordnen können“, erklärt Robert Müller-Kox, der dem deutschen Europeade-Komitee vorsteht und Vizepräsident des europäischen Komitees ist. In diesem Jahr war Horsens in Dänemark Zentrum des europäischen Folklore-Spektakels. 5000 auswärtige und 1000 dänische Teilnehmer tauchten das 55.000 Einwohnerstädtchen für fünf Tage in ein buntes Gemisch von Trachten aus mehr als 60 Regionen Europas.18 Wischauer Teilnehmer reisten aus der Patenstadt Aalen 1000 km ins Quartier nach Horsens. Am selben Tag fand noch die Eröffnungsfeier bei sehr kalter Witterung statt, jedoch der nächste Tag wartete wieder mit Sonnenschein auf uns und unsere beiden Auftritte, Vormittag im Stadtzentrum und abends im Stadion verliefen bei strahlend blauem Himmel und guter Motivation aller Teilnehmer.

  1. Nordeuropäer mit Eskimos, Iren, Esten, Finnen, Letten und Norweger waren als Zuschauer und Mitwirkende gleichermaßen vertreten
  2. Mitteleuropa war mit Westfriesen, Flamen, Wallonen, Schlesiern, deutschen Landjugendgruppen, Sudetendeutschen und Südtiroler dabei und der
  3. Süden unseres Kontinents war durch Portugiesen, Katalanen oder Calabrier vertreten.

Der Freitag stand zur freien Verfügung, um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen, oder die Umgebung zu erforschen. Der Abend stand dann ganz im Zeichen der vielen internationalen Chöre, die als musikalischen Genuss eine große Bandbreite an Musik boten und parallel dazu ihre schönen Trachten präsentierten. Am Samstag war Gruppenvertreterempfang beim Bürgermeister von Horsens und der traditionelle Festzug durch die Straßen. Ein lauer Sommerabend prägte den Europeade-Ball vor dem Rathaus in Horsens. Dort sangen und tanzten alle europäischen Nationen miteinander und es war einfach schön. Wer sich nicht vorstellen kann, dass zu Blas- und Dudelsackmusik sowie Volkstänzen La-Olawellen durch die Zuschauerreihen gehen können, der sollte einmal Gast bei der Europeade sein. Am Sonntag wurde der Gottesdienst besucht und am Nachmittag die Schlussveranstaltung. Enden will ich den Bericht mit einem Internet-Gästebucheintrag von Rainer Grill: „Hallo Wischauer – waren wirklich tolle Tage mit Euch in Dänemark. Eure Sprachinsel könnte sich keine besseren „Botschafter/innen“ wünschen.

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35. Europeade in Rennes /Frankreich vom 15. bis 19. Juli 1998

208 Gruppen mit ca. 6000 Personen aus verschiedenen Regionen Europas trafen sich in Rennes, ganz im Osten der Bretagne gelegen. Die 200.000 Einwohner-Stadt hat den Charm einer französischen Großstadt und wird auch Universitätsstadt genannt, denn 48.000 Studierende sind an den beiden Universitäten und den verschiedenen Fachhochschulen eingeschrieben. 17 Wischauer haben sich lange auf diese Reise vorbereitet und starteten zusammen mit der Böhmerwald-Jugendgruppe Ellwangen-Aalen aus unserer Patenstadt Aalen zu diesem Festival.

Das Reisewetter war ideal – wolkig, freundlich, ohne Regen und ohne Sonne und am Spätnachmittag hatten wir die ca. 1.200 km zurückgelegt. Unser Quartier war Klasse; jeder Teilnehmer konnte ein kleines Studentenappartement beziehen. An diesem, ohnehin schon langen Tag, besuchten wir abends noch die Eröffnung. Die Bretagne stellte sich als Gastgeber dieser Europeade mit heimischen Trachten, Tänzen und Liedern vor. Wir bekamen einen ersten Eindruck über die Volkskultur in der Bretagne. Am Donnerstagvormittag sahen wir wiederum verschiedenen Gruppen bei ihren Darbietungen zu, probierten Spezialitäten aus vieler Herren Länder und unterhielten uns mit vielen Europeade-Teilnehmern. Das sehr reizvolle, nostalgische Stadtviertel aus dem 15. Jahrhundert bot beim Bummel in den malerischen Gassen und kleinen lauschigen Plätzen eine herrlich entspannte Atmosphäre und die vielen Restaurants und Creperien luden zum Verweilen oder Staunen ein. Die Kundgebung im Station war ein imposantes Spektakel; nach den offiziellen Reden eröffnete eine riesengroße Gruppe Bretonen mit heimischen Tänzen auf allen Bühnen das Fest. Anschließend tanzten Deutschland, Italien, Spanien, Polen, Lettland, Irland, Dänemark, Österreich, Ungarn, Holland und Belgien ihr exaktes Drei-Minutenprogramm. Es herrschte eine unbeschreibliche Abendstimmung im Station und die vielen Zuschauer auf den Rängen spendeten berechtigten Applaus.
Am Freitag folgte ein Ausflug in das nahegelegene Mont St. Michel. Dieses „Weltwunder des Abendlandes“ (wegen seiner ausgefallenen Lage, seiner Schönheit und seiner Architektur) ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten unter den Denkmälern Frankreichs. Das Felseninselchen ist durch einen nicht überschwemmbaren Deich aus dem Jahre 1879 mit einer Bucht verbunden. Die Gruppenleiter waren am Spätnachmittag zu einem offiziellen Empfang beim Bürgermeister im Rathaus in Rennes, bei dem auch die internationale Presse anwesend war. Es war ein sehr lockerer Empfang und zudem ein farbenprächtiges Schauspiel.
Am Samstag früh war vom Veranstalter eine Art Weckmarsch aller anwesenden Gruppen geplant. Für diesen Tag wurden uns – zusätzlich zu einem ständigen - zwei weitere französische Begleitpersonen zur Verfügung gestellt. Wir tanzten ab 10.00 Uhr im verschlafenen Rennes und es war schön zuzusehen, wie durch unsere Darbietungen sich Fenster und Türen öffneten und ab diesem Zeitpunkt immer wieder Kameras klickten. Wir tanzten auf verschiedenen Plätzen, trafen uns mit anderen Gruppen und wurden immer wieder mit Getränken und Essen versorgt. Um auch älteren und kranken Menschen die Möglichkeit zu geben, ein bisschen von der Europeade mitzuerleben, wurde für viele Gruppen ein Auftritt in einem Altenheim organisiert, den Bewohnern sehr viel Freude bereitete. Die Mittagszeit verbrachten wir in einem sehr schönen Park, dort war ein französisches Buffet aufgebaut und man konnte nach Herzenslust speisen. Unsere drei Reisebegleiter erfüllten uns jeden Wunsch und machten unsere gute Laune und das schöne Erlebnis perfekt. Am Spätnachmittag ging ein Festzug aller europäischen Volksgemeinschaften durch die malerischen Straßen der Stadt. Der am Abend vor dem Rathaus stattfindende Europeadeball fand großen Anklang. Alle halbe Stunde wechselte die Originalmusik, alle Nationen sangen und tanzten miteinander.
Der Sonntag wir ein brütend heißer Sonntag. Wir fuhren mit unserem Bus zum Stadion und waren als Nummer 17 im Programm angekündigt. Wir waren alle nervös, doch die Stimmung unter den fast 10.000 Zuschauern war bombastisch. Vor unserer Gruppe mit Musiker zog unsere Fahnenabordnung mit der Europa-, der Deutschland- und der Wischauer Fahne ins Stadion ein. Wir tanzten den Wischauer Spazierer und den Familienwalzer. Wir applaudierten noch allen anderen Darbietungen, bevor es zur Schlussveranstaltung ging. Ca. 1.000 bretonische Trachtenträger mit einem heimischen Tanz forderten alle Teilnehmer auf mitzutanzen und bald swingte das ganze Stadion.

Die Heimreise erfolgte problemlos. Erschöpft, aber um ein großes Erlebnis reicher, kamen wir wieder zu Hause an. Wir haben mit 5.983 Personen aus ganz Europa gesungen, getanzt und gefeiert und haben unsere Heimat, die Wischauer Sprachinsel und ihre Patenstadt Aalen in diesem großen Kreis gut vertreten.

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Rom, Papst Benedikt XVI und die Wischauer vom 24. bis  27. April 2006
Die Wischauer Trachtengruppe plante bereits seit längerer Zeit, als Vertriebenengruppe unter der Obhut ihrer Patenstadt Aalen mit ihrer Tracht zur Audienz unseres bayerischen Papstes Benedikt XVI nach Rom zu fahren. Es war ein wunderschöner Frühlingstag, als unsere Reise begann. Die Sonne strahlte bereits vom blauweißen Himmel, als wir die Alpen überquerten. Wir fuhren vorbei an Innsbruck, Bozen, Verona, Bologna, Florenz und durch die Toskana, bis wir schließlich am frühen Abend Rom, die Hauptstadt Italiens mit ca. 2,5 Millionen Einwohnern, erreichten. Rom liegt im Zentrum des Landes. Einer Überlieferung zufolge wurde die Stadt 753 vor Christi auf einem der sieben Hügel von Romulus gegründet. Der Vatikan ist das Zentrum des Christentums und die Vatikanstadt wurde im Jahre 1980 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Unser Quartier, 300 m vom Vatikan entfernt, lag sehr günstig. Alle Müdigkeit wich sofort von uns, als wir beim Abendspaziergang mitten auf dem Petersplatz standen. Der Dom und sein Umfeld erstrahlten im hellen Lichterglanz und stimmten uns auf schöne Erlebnisse ein. Zum Abschluß des langen Tages gönnten wir uns noch einen Capuccino auf der Piazza Navona, genossen die südländische Stimmung und fielen dann zu später Stunde todmüde in unsere Betten. Am Dienstag führte uns ein vormittäglicher Stadtrundgang zu berühmten Plätzen und Denkmälern. Unsere Gruppe war zum Teil bayrisch gewandet und überall in der Stadt wurden wir als Freunde unseres deutschen Papstes begrüßt. Wir besuchten auch das Castell Gandolfo, die Sommerresidenz der Päpste und nach einem echten italienischen Abendessen endete der Tag mit einer Lichterfahrt durch Rom.
Am Mittwoch  herrschte bereits ab 5.00 Uhr in der Frühe im Quartier reges Treiben. Die Wischauer Frauen benötigten für ihre Tracht viel Zeit ließen auch große Sorgfalt beim Anziehen walten; die  Laune war gut, doch ein schneller Blick aus dem Fenster trübte diese gute Laune, denn es regnete leicht. Pünktlich um 8.00 Uhr verließen wir – mit Regenschirmen ausgestattet - das Hotel in Richtung Vatikan. Außer den Wischauer Trachtenträgern waren auch Abordnungen aus Dingolfing mit der Mooserer Tracht und Schützen aus Donauwörth bei uns. Die bereits seit Januar bei der Päpstlichen Präfektur bestellten Eintrittskarten wurden abgeholt und plötzlich befanden wir uns mittendrin im allgemeinen Gedränge. (Ungefähr 50.000 Audienz Besucher wurden für diesen Termin genannt.) Die Sicherheitskontrollen waren perfekt und selbst kleinste spitze Gegenstände wurden konfisziert. Unser Geschenk für Papst Benedikt XVI (bayerischer Schinken, Bayerisches Bier sowie unser Buch: Hier waren wir einst zu Haus) konnten wir problemlos abgeben und wir hofften, dass er sich an den mitgebrachten Spezialitäten erfreuen wird. Beim Vorzeigen unserer Eintrittskarten wurden wir sofort zu einem besonders guten Platz geleitet. Wir saßen in den ersten Reihen und somit hautnah am Geschehen. Die Zeit bis zum offiziellen Beginn war sehr kurzweilig, denn das international anwesende Publikum riss alle mit ihrer sichtlichen Freude zu spontanen Beifallstürmen hin. Viele Landesfahnen gaben ein buntes Bild ab und auch wir hatten drei Fahnen dabei: Deutschland, Bayern und Wischau. Die acht Dörfer der ehemaligen deutschen Sprachinsel bei Wischau sind auf unserer Fahne benannt und für uns war es schon sehr beeindruckend, dass wir hier, ca. 1.200 km von unserer kleinen Sprachinsel entfernt, gemeinsam mit Papst Benedict XVI und den vielen Menschen für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit beten konnten. Unsere Vorfahren waren gedanklich auf dieser Reise dabei. Wir haben wahr gemacht, wovon diese kaum zu träumen wagten, und befanden uns im Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Alle angemeldeten Gruppen wurden namentlich begrüßt und als unser Namen fiel, ließen auch wir der Freude freien Lauf. Es regnete bald nicht mehr, die Schirme verschwanden, die Sonne blitzte hinter den Wolken und plötzlich, pünktlich um 10.30 Uhr, erschien unser Papst mit seinem offenen Papamobil. Er fuhr durch alle Gänge, um möglichst vielen Menschen zu begegnen. Als er zu uns kam, lächelte er huldvoll, freute sich sichtlich über unsere Anwesenheit und segnete uns. Nach dieser Rundfahrt nahm er unter einem Baldachin vor dem Petersdom Platz und begrüßte die Audienzteilnehmer in vielen Sprachen. Dazu sangen spontan Chöre ihre Lieder und Musikkapellen brachten ihre Darbietungen. Gelebter Glaube wurde hier überall spürbar. Die Audienz dauerte bis ca. 12.00 Uhr und endete mit dem Segen für alle Besucher und einem Weihegebet für die mitgebrachten Gegenstände. Es dauerte lange, bis sich die Menge aufteilte. Wir Wischauer waren oft ein begehrtes Fotoobjekt und durch unsere italienischen und deutschen Faltblätter konnten wir auch über unsere Herkunft Auskunft erteilen. Alle Teilnehmer verarbeiteten das Erlebte auf ihre Weise, viele blieben einfach nur stehen, um zu schauen und zu genießen, andere wiederum kontaktierten fremdländische Besucher oder gingen ganz langsam vom Platz. Unsere Gruppe kam am frühen Nachmittag euphorisch wieder ins Hotel zurück, wo bereits die Reiseleiterin wartete, um uns weitere Sehenswürdigkeiten von Rom zu zeigen, wir fuhren vorbei an einzigartigen Kirchen und Palästen zum Denkmal von Viktor Emmanuel II, dem Begründer des modernen Italien; entlang des Forum Romanum mit seinen zwei Triumpfbögen, vorbei an den Kaiserforen zum Kolosseum und dem Konstantinsbogen; weiter auf der Straße zum Hafen Roms vorbei an der einzigen Pyramide der Stadt, der Pyramide von Caius Cestius zur Basilika San Paolo fuori le mura. In dieser Basilika, die im 19. Jahrhundert zum Großteil abbrannte, sind an den Seitenwänden Medaillons aller Päpste angebracht. Der derzeit regierende Papst ist beleuchtet. Nach der Besichtigung fuhren wir zu den Domotilla-Katakomben, einer weit verzweigten unterirdischen Anlage, in der die Christen ihre Gottesdienste feierten und auch bestattet wurden. Auf der Rückfahrt führte uns der Weg entlang der Thermen des Caracall und des Zirkus Maximus wieder ins Hotel. Nach dem Abendessen gingen viele von uns abermals auf den Petersplatz, um das Erlebte nochmals nachwirken zu lassen. Es brauchte nicht vieler Worte, es genügte einfach nur da zu sein.
Am Donnerstag früh musste das Gepäck bereits wieder in den Bus verladen werden. Wir besichtigten dann noch die Vatikanischen Museen mit ihren vielen antiken Exponaten, Bildern, Wandteppichen und Skulpturen. Die Sixtinische Kapelle wurde 1437 unter Sixtus IV errichtet und ist wegen ihrer einzigartigen und herrlichen Fresken von Michelangelo weltberühmt. Ein weiterer Höhepunkt war die Besichtigung des Petersdomes. In der Mitte unter der großartigen Kuppel Michelangelos, erhebt sich der Bronzebaldachin von Bernini unter dem der Papstaltar ist. Da er sich genau über der Grabstätte Petri erhebt, stellt er gleichzeitig Herz und Mitte sowohl des Domes als auch des christlichen Roms dar. Herausragend war für uns noch die Pieta von Michelangelo, die er 1499-1500 als Fünfundzwanzigjähriger vollendet in seiner Form und vollkommen in ihrer harmonischen Geschlossenheit schuf. In diesem riesigen Dom könnte man viele Tage verbringen, wollte man alles genau besichtigen und aufnehmen. Mit dieser Führung endete unser Programm in Rom offiziell. Wir besichtigten noch privat und unabhängig voneinander die Gräber unter dem Dom, die Kuppel von St. Peter mit einem herrlichen Blick auf die Vatikanstadt und das übrige Rom, das eindrucksvolle Kolosseum oder das größte Amphitheater, das in der Antike Austragungsstätte von Gladiatorenkämpfen und anderen Schauspielen war. Seit dem Jahre 1999 dient das Kolosseum auch als Monument gegen die Todesstrafe: Immer wenn ein Staat dieser Welt die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang hell erleuchtet – was aber nur selten geschieht. Am frühen Abend dieses Tages verabschiedeten wir uns wieder von dieser herrlichen Stadt in Richtung Heimat. Alle Teilnehmer waren sichtlich erfreut über die Begegnung mit Papst Benedikt XVI, über die Sehenswürdigkeiten und Schönheiten dieser Stadt und vielleicht bewahrheitet sich auch bei dem Einen oder dem Anderen "der Einwurf einer Münze in den Trevibrunnen verspricht, noch einmal nach Rom zu kommen".

 

Papst Benedikt war am 10. September 2006 auch in München. Die Wischauer waren dabei und grüßten ihn herzlich mit einem Transparent.

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Villach war eine Reise wert     vom 5. bis 7. August 2005



Unsere Tanzgruppe reiste dieses Jahr nach Kärnten zum Villacher Kirchtag. Villach ist eine wunderschöne Stadt, die sich anlässlich dieses Ereignisses festlich herausgeputzt hat. Die gesamte Innenstadt war ein riesiger Tanzboden – und wir Wischauer waren mittendrin.
Am Freitag fuhren wir bei herrlichem Sonnenschein über München und Salzburg nach Villach. Dieser Abend stand ganz unter dem Motto „Kärntner, Schwaben und Bayern, können gut zusammen feiern“. Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatte man eine herrliche Sicht auf das imposante, im Abendrot erglühende Alpenpanorama;  eine Gruppe Villacher Trachtenträger, die so genannten Kirchtagslader,  waren einem alten Brauch folgend mitsamt Musik zur Stelle, um uns alle persönlich zum Kirchtag einzuladen.
Am Samstag bummelten wir durch die Stadt, vorbei an den vielen Buden und Ständen, vorbei an den vielen Trachtenträgern aus verschiedenen Nationen bis hin zur beeindruckenden Nikolaikirche. Durch die allgemeine Wiedersehensfreude unter den Folklorefreunden entsteht immer wieder ein ganz besonderes Flair, das mit Worten nicht beschrieben werden kann. Wir waren in dieser Kulisse oft ein begehrtes Fotoobjekt.
Die Aufstellung zum Festzug, der am späten Nachmittag durch die Straßen Villachs zog, gestaltete sich sehr interessant, konnte man doch Teilnehmer aus Griechenland, Italien, Slowenien, Deutschland und vor allem Kärnten treffen und deren Vielfalt bewundern. Unsere Tracht erschien in dieser Region sehr fremd und oft wurden wir gefragt: „Wo ist Wischau – wo kommt ihr her“? Wir gaben gerne Auskunft über unsere Herkunft und auch, dass wir jetzt unser geerbtes Kulturgut als Patenkinder der Stadt Aalen in die Welt hinaustragen. Wir mischten uns unter das bunte Publikum auf Villalchs Plätzen, bis uns der Bus kurz vor Mitternacht ins Quartier brachte, wo alle Teilnehmer mit Musik, Gesang und Tanz den schönen Tag beendeten.

Die Heimfahrt ging über die Burgruine Landskron mit dem „Abenteuer Affenberg“ recht zügig voran. Es war eine Gruppenfahrt und ein Gruppenerlebnis, das sicher dazu beigetragen hat, den Zusammenhalt weiter zu stärken und die Wischauer Sprachinsel zusammen mit ihrer Patenstadt Aalen in unbekannten Regionen vorzustellen

Bild der Gruppe mit der Vereinstracht vor einem offiziellen Auftritt

 

Sprachinseltreffen in der Dolomitenstadt Lienz  vom 4. bis 5. Oktober 1986

„Ein reiches Erbe gilt es zu bewahren, zu pflegen und weiter zu geben“ – Charakteristische Vorführungen der einzelnen Gruppen in Wort, Lied und Tanz beherrschten zwei Tage lang das Stadtbild von Lienz. Der „Verein der Sprachinselfreunde“ mit der Vorsitzenden Univ.-Prof. Dr. Maria Hornung und ihrem Gatten OStR. Prof. Dr. Herwig Hornung aus Wien hatten zu dieser Veranstaltung am 4. und 5. Oktober 1986 eingeladen. Nahe 20 Gruppen deutschsprechender Stämme in ebenfalls fünf Staaten mit insgesamt über 400 Trachtenträgern strömten bei herrlichstem Herbstwetter in die Bezirksstadt in Osttirol. Die Sprachinselvertreter im Einzelnen waren: Gotschee (Jugoslawien) - Wischau und Brünn (Mähren) – Iglau (Böhmen) - Deutsch-Pilsen (Ungarn) - Proveis, Tischlwang-Timau, Folgaria, Fersental, Lusern, Dreizehn-Gemeinden, Zahre-Sauris, Pladen-Sappada und Kanaltal (Italien) –Landler (Rumänien) – Pressburger Land (Slowakei).

Stellvertretend für die vielen Grußworte, die an beiden Tagen dargebracht wurden, sei hier das Unterrichtsministerium, Oberrat Dr. Wolf zitiert: „Es ist ein Anlegen des Ministeriums, die Arbeit mit den Sprachinseln zu unterstützen und zu fördern, weil diese Arbeit geschätzt und als richtig befunden wird. Es ist nicht hoch genug zu schätzen,  wenn in kleinen vitalen Gemeinschaften Geschichte und sprachliches Leben gepflegt werden und so über die Grenzen hinweg die Einheit unterstreichen. Es ist dies im Kleinen das, was wir unter einem Vereinten Europa meinen.“
Die kleine deutsche Sprachinsel bei Wischau stellte sich mit Lied, Gesang und einem Beitrag über das frühere Leben „zuhause“ vor.

 

 

Folklorefest in Bled/Slowenien vom 23.10. bis 26.10.2003

Ein schöner Herbstausflug sollte es für die Tanzgruppe werden – geworden ist es allerdings eine Winterreise. Das zunächst gute Wetter wurde immer schlechter – und als wir aus den Karawankentunnel herauskamen, war plötzlich tiefster Winter. Bei der Ankunft in Bled (deutsch: Veldes) schneite es so heftig, dass am Abend 10 cm Neuschnee liegen blieben.
Am Freitag Vormittag war ein Ausflug nach Postojna reserviert. Die „Adelsberger Grotten“, wie sie früher hießen, sind riesige Tropfsteinhöhlen, die sich viele Kilometer durch die karstigen Berge ziehen. Die Höhlen werden mit einer Bahn befahren, doch ein Stück wird zu Fuß erkundet. Wir waren sehr beeindruckt, was die Natur alles erschaffen hat.    W e i t e r   -  eine Stadtrundfahrt durch Ljubljana (Laibach), der Hauptstadt Sloweniens war ein kleiner Höhepunkt, bevor wir zur Eröffnungsveranstaltung in der Festhalle in Bled sein mussten.  Drei Musiker, zehn Tänzerinnen und Tänzer, ein Fahnenträger und zwei Taferlträgerinnen sowie Begleitung in Vereinstracht gaben ein sehr schönes Bild ab. Der Bürgermeister von Bled und der Veranstalter begrüßten die anwesenden Gruppen in slowenisch und deutsch sehr herzlich und anschließend zeigten alle Teilnehmer ihr Programm: die Kindertanzgruppe Bohiny, ein Damenchor aus Bled, die Braunschweiger Volkstanzgruppe aus Wolfenbüttel, der Chor der Siebenbürger Sachsen aus Crailsheim, der Heimatverein „Osterglocke“ aus Bogen, drei Tanz- und Trachtengruppen aus Nordrhein-Westfalen und wir Wischauer boten den Zuschauern einen bunten Bogen brauchtümlicher Vorführungen. Den Abend verbrachten wir in einem schönen slowenischen Lokal zusammen mit anderen Folkloregruppen; bei Wein, Musik und Tanz war es ein sehr völkerverständigender Abend.
Am Samstag früh fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein nach Bohiny (Wochein). Die Fahrt zwischen den schneebedeckten und sonnenbeschienenen Bergen war beeindruckend schön und der Spaziergang am See von Bohiny sorgte für sportlichen Ausgleich und frische Luft. Zurück in Bled konnten wir die ganze Schönheit dieser Landschaft bei Sonnenschein in Augenschein nehmen. Die kleine Insel im See mit ihrer Wallfahrtskirche sowie die Bleder Burg passten sehr gut in diese malerische Landschaft. Am Nachmittag fand der Umzug in Bled statt. Es war bitter kalt – eigentlich hätten wir unsere Pelze tragen müssen – doch die Frauen und Männer schützten sich, soweit sie welche hatten, mit ihrem „Jöppl“. Die Fotos dieses Tages „Wischauer im Schnee“ hatten Seltenheitswert. Mit insgesamt 13 Gruppen zogen wir die Seepromenade entlang. Vor dem Casino wurden wir vom Veranstalter und den Honoratioren empfangen, nochmals vorgestellt und begrüßt. Es wurde auf unsere alte Tracht hingewiesen,   u n d     dass unsere Wurzeln in der Wischauer Sprachinsel in Mähren liegen. Heute hat die Stadt Aalen in Württemberg die Patenschaft über uns Wischauer übernommen. Zur Schlussveranstaltung trafen sich abends wieder alle Teilnehmer im Festsaal des Grandhotels Toplice zum gemeinsamen Abendessen bei einem Viergänge-Menue und einer zünftigen Musikkapelle.  Wir fielen gerade bei diesem Fest positiv durch die Einheit unserer Kleidung auf – die Männer in Originaltracht und die Frauen in der Vereinstracht. Bei diesem Fest passte einfach alles.
Am Sonntag verabschiedeten wir uns von Bled und fuhren zum Marienwallfahrtsort Brezje mit dem wundertätigen Gnadenbild. Nach einem kurzen Kirchenbesuch ging es zügig in Richtung Heimat. Es war ein schöner Jahresabschluss für die aktive Wischauer Gruppe und alle hatten wieder viel Spaß und Freude, als Auslands-Botschafter und mit der schönen Trachtt unterwegs gewesen zu sein.

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Zweiter tschechisch-deutscher Ball der Verständigung in Brünn vom31.1. – 2.2.2003

Zum zweiten Mal in Folge fand der tschechisch-deutsche Ball im Gesellschaftshaus (Philharmonie) am Komensky-Platz in Brünn statt. Die Schirmherrschaft übernahmen JUDr. Cyril Svoboda, tschechischer Außenminister und der Primator von Brünn, RNDr Petr Duchon. Laut unserer Information erhielten nur ausgewählte Bürger von Brünn und Prag eine Einladung zu dieser Veranstaltung. Viele Sponsoren, eine Tombola und entsprechend hohe Eintrittspreise machten das Fest zu einem Top-Ereignis. Im Programm war zu lesen, daß der Gewinn dieses Abends dem Rehabilitationszentrum Gustav Brohm zu Gute kommen wird. Diese Gesellschaft wurde im Jahre 1995 aufgrund einer schweren Erkrankung von Hana Brohm gegründet und hat das Ziel, besonders die Kinder bei Reha-Maßnahmen zu unterstützen.
Anlässlich einer privaten Tschechienreise im November 2002 des Ehepaares Hross und Rosina Reim erhielt die Wischauer Tanz- und Trachtengruppe eine persönliche Einladung vom Organisator Michal Chladek, um den Ball am 1. Februar in Brünn zu eröffnen. Die Tanzgruppe nahm die Einladung an und bereitete sich in mehreren Übungsabenden auf dieses kulturelle Ereignis vor.

Die Reiseroute begann am 31. Januar mit heftigem Schneetreiben und Schneeverwehungen in Aalen und verlief über München und Dingolfing nach Brünn. Die tief verschneite Landschaft bot ein herrliches Winterbild. Als wir am Abend das Hotel Slavia im Zentrum Brünns erreichten, waren alle Teilnehmer sichtlich erleichtert und froh. In entspannter und privater Atmosphäre nahmen wir das Abendessen ein und freuten uns auf das bevorstehende Ereignis.
22 Teilnehmer in Original-Tracht waren sich über das Thema des Balles bewusst, als sie zum „Welcome drink“ eingeladen wurden;  sie gaben das gewohnt gute Erscheinungsbild ab. Acht Paaren tanzten auf tadellosem Parkett, großer Tanzfläche und vor einem interessierten, hochkarätigen Publikum. Beim anschließenden Festverlauf standen wir gerne Rede und Antwort über unsere Herkunft früher und heute und unsere derzeitigen Aktivitäten. Gute Gespräche wurden geführt und Kontakte geknüpft. Vom reichhaltigen Buffet und den guten mährischen Weinen waren wir sehr angetan und erst spät nach Mitternacht ging dieses schöne und harmonische Fest zu Ende.
Die Rückfahrt am Sonntag verlief reibungslos und schnell. Die Straßenverhältnisse waren einwandfrei, strahlend blauer Himmel und glitzernde, schneebedeckte Landschaften begleiteten uns nach Hause.

Folklore International in Brünn,  1992, 1993 und  1995

Dreimal besuchten wir das Internationale Folklorefestival in Brünn. Einerseits war Brünn eine Reise wert und als Stadt für uns sehr interessant, andererseits aber hatten wir Bedenken, wie wir als ehemalige Deutsche aus der Wischauer Sprachinsel dort aufgenommen werden. Unsere Bedenken wurden allesamt über Bord gespült, wir trafen überall auf offene Türen und viele Menschen, die sich noch gut an die Menschen in dieser Tracht erinnern konnten – es waren durchweg positive  Erinnerungen.

 
Wir knüpften Kontakte mit tschechischen Folkloregruppen, lernten die dortigen Bräuche und Sitten kennen und überall die schönen, landestypischen Trachten bewundern. Wir sind uns stets respektvoll und freundschaftlich begegnet und unsere Auftritte im Stadttheater wurden auch von vielen Zuschauern mit verfolgt. Alle drei Jahre reisten wir mit einem Diplom und im Jahre 1995 zusätzlich mit einem Pokal wieder nach Hause. Die Jury hat unsere schöne Trachtenausstattung und die Erhaltung der Beziehung mit der Heimat bei Wischau lobend herausgehoben.

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Zum Eurofolk-Festival nach Ungarn vom 7.bis 11. August 2002

Mit „Regen von außen – aber Sonne im Herzen“ startete die Wischauer Tanz- und Trachtengruppe frohgelaunt in unserer Patenstadt Aalen erwartungsvoll in Richtung Ungarn. Zusammen mit den Münchner Teilnehmern waren wir 26 Personen und somit eine sehr stattliche Gruppe. Der Regen prasselte während der ganzen Fahrt auf den Bus nieder .Erst als wir in Sopron/Ungarn einen Halt zu einer kleinen Weinprobe einlegten, beruhigte sich das Wetter etwas. Unser erster Auftritt  fand in einem Zelt am Ufer des Balaton statt. Türken, Inder und viele andere Nationalitäten zeigten ihr Können und ernteten, wie auch wir, viel Beifall.
Am Freitag mußten wir nach einem köstlichen Frühstück erstmals intensiv  üben, bevor wir zu einem Bummel an den Plattensee fuhren. Dort bot sich uns ein großes Spektakel:  620 Musiker wateten bis zu den Knien im Balaton und spielten auf ihren Instrumenten, um in das Guiness-Buch der Rekorde einzugehen. Vom Polizeihubschrauber wurde der Rekordversuch gefilmt und es war sowohl für die Mitwirkenden aus auch die Zuschauer ein unbeschreibliches Erlebnis. Abends waren wir Teilnehmer bei einem Festzug in Marsali. Regen kam immer wieder durch, doch trotzdem zeigten die Gruppen ihre eingeübten Darbietungen. Wir erfreuten uns an dem Können der anderen ausländischen Gruppen und konnten auch gut Schritt halten. Der Ausklang dieses Tages endete gemeinsam mit einer türkischen Gruppe mit vielen lustigen Liedern und Tänzen im Quartier,
Am Samstag war wiederum ein Festzug in Marsali angesagt. Die Menschen standen dichtgedrängt am Straßenrand, weil inzwischen die Sonne alle Wolken verdrängte, und klatschten heftig Beifall. Besonders Begeistert waren sie, wenn die Gruppen ihr persönliches Können vorführten und oft formierten auch wir uns für einen kleinen Straßenauftritt. Auf der Strandwiese waren am Abend alle eingeladenen Gruppen zu sehen. Wir konnten die spritzigen Majoretten tanzen sehen und ihre Musiker spielten schmissige Stücke dazu. Was für ein Massenchor? Das Fernsehen interessierte sich bei diesem Termin ebenfalls für uns, besonders für unsere Tracht. Der Bergedorfer „Brummkreisel“ aus Hamburg sollte auftreten, doch ihnen fehlte die Musik. Da ließen sich unsere Musiker nicht lange bitten und spielten für sie – das war in jedem Falle völkerverständigend!  Auf der Bühne flogen Röcke und Bänder nur so im Wind und in den Gesichtern der Mitwirkenden spiegelte sich die Freude wieder, die von den Zuschauern auch entsprechend honoriert wurde.  Der nächste Auftrittsort war Balatonbereny.  Unser Programm war das gleiche, doch das Publikum war anders und so war es auch hier etwas positives für Zuschauer und Mitwirkende.  Am Sonntag besichtigten wir Kirchen und besondere Bauten und ließen uns deren Geschichte erzählen. Im Kulturhaus fand dann unser letzter Auftritt vor gefüllten Rängen und interessiertem Publikum statt. Mit einer Trachtenpräsentation aller Gruppen endete auch dieser ereignisreiche Tag.
Bei der Heimfahrt am Montag sammelten wir nochmals verschiedenste Eindrücke dieses schönen Landes:

  1. der eigenartige Baustil und die kleinen Grundrisse der Höfe mit Stall und Garten, hier der Zerfall, dort mit Herz renoviert oder neu gebaut,
  2. die riesigen Sonnenblumenfelder,
  3. der niedrige Mais,
  4. die brachliegenden Wiesen und Feldraine,
  5. die Friedhöfe an den Straßen und nicht zuletzt
  6. der Balaton mit seinen Hügeln und Rebhängen,
  7. den Weingärten und, und, und,

das alles war sehr schön. Als wir immer weiter Richtung Deutschland kamen, erfuhren wir von den schrecklichen Auswirkungen der Überschwemmungen an der Elbe. Spätestens hier fand unser Tun und Handeln wieder zur Normalität zurück.

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