Maibild 2017

 

Das Maisingen, ein alter Brauch in der ehemaligen Sprachinsel - Foto aus dem Dorf Rosternitz, Datum unbekannt, RR-Archiv

 

Am vierten Fastensonntag, dem "Maisonntag" trugen Mädchen bis zum fünften Schuljahr nach Jahrgängen getrennt (eine Poat), den Maibaum - ein Fichtenbäumchen -das mit bunt bemalten Gucken (ausgeblasenen Eiern) und Ketten aus kurzgeschnittenem Stroh und bunten Stoff-Fleckchen gefertigt, geschmückt war, singend von Haus zu Haus. Sie waren mit Körben und Henkeltöpfen ausgerüstet, um Schmalz, Gries und Eier mitzunehmen, die neben Bargeld von jeder Hausfrau in reichem Maße gespendet wurden. Dabei asng die Gruppe ein mundartlich überliefertes Lied.

Nach dem Umgang gab es für die Müädchen im Elternhaus einer aus der Poat eine kräftige Rindssuppe und einen guten Grießbrei mit viel Eiern und Lebzelt. Die übriggebliebenen Eier und das Geld wurden an die Mädchen verteilt. (Heimatbuch)

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Wie Böhmen noch bei Österreich war
so lautete das Motto einer musikalischen Reise durch die KuK-Zeit im Sudetendeutschen Haus in München. Anlässlich ihres 163. Hochzeitstages kehrten Kaiser Franz Joseph I (dargestellt von Edwin Bude) und Kaiserin Elisabeth (dargestellt von Janina Schmaus) zurück in die Länder ihrer KuK-Monarchie. Es ging musikalisch durch Böhmen, Mähren, Österreich und Ungarn – mit Klassikern wie dem Radetzky-Marsch, O, Du mein Österreich, Wie Böhmen noch bei Österreich war und noch vielen schwungvollen Weisen. Eine 45 köpfige Blaskapelle aus Bedernau, Cornelius von der Heyden mit Band, das Ehepaar Lippert mit Egerländer Liedern und wir Wischauer mit Lied und Tänzen aus unserer Heimat erfreuten in dem voll besetzten Adalbert-Stifter-Saal die Besucher.
Wir Wischauer waren gerne dabei. RR

Wie Böhmen noch bei Österreich war 2017

 

Wischauer Informations- und Begegnungszentrum stand im Mittelpunkt.
Anfang Mai besuchte uns ein Bus mit Mitgliedern der SL-Kreisgruppe Waiblingen in unserer "Heimat Fachsenfeld". Die Besucher wollten sich informieren und mehr über Geschichte, Land und Leute erfahren. Ein Arbeitsteam unsererseits organisierte im Vorfeld alles sehr genau, was zu einem guten Gelingen beitragen sollte. Rosina Reim begrüßte die Gäste im Ausstellungsraum und erklärte zugleich, dass wir sehr gerne bereit sind, sowohl über die Ausstellungsobjekte als auch über die archivierten Gegenstände Auskunft zu erteilen. Inzwischen wartete eine gemütlich gedeckte Kaffeetafel mit leckeren hausgemachten Kuchen und Torten auf die Gäste in Raum 2. Die Bewirtung war – wie es bei uns immer üblich ist – perfekt und ließ an nichts mangeln.
Eine Frage, welche Heimatlandschaften hier vertreten sind, ergab folgendes: Adlergebirge, Altvater, Egerland, Böhmerwald, Mährisch Trübau, Mährisch Schönberg, Schlesien und Brünn. Über Brünn, die Stadt, welche unsere Vorfahren früher oft besuchten, um dort Erledigungen oder Einkäufe zu tätigen, wurde heftig über den Todesmarsch und seine Folgen diskutiert – und auch darüber, dass es heute schon mehrere Institutionen gibt, die sich diesem Thema besonders annehmen, und Taten folgen lassen. Der Vorstellung unserer Sprachinsel, angefangen von der Geschichte über die Vertreibung und die Integration, sowie die derzeitigen Aktivitäten, lauschten alle Gäste sehr gebannt. Wir lobten natürlich auch die guten Beziehungen zu unserer Patenstadt Aalen, die es uns ermöglicht, unser Brauchtum von früher und vieles mehr in dieser Weise pflegen zu können.
Mundartausdrücke, Bräuche und sehr oft auch die Spezialitäten aus Haus, Hof und Küche wurden verglichen, was immer auch sehr aufschlussreich und interessant ist.
Der Besuch endete mit unserem Wischauer Lied "Heimat ist nicht nur ein Land", und alle sangen aus voller Kehle mit. Der Abschied war herzlich, und als der Bus wieder Richtung Waiblingen los fuhr, winkten wir ihm fröhlich hinterher – und vielleicht gibt es irgendwo wieder mal ein Wiedersehen dieser Art.  RR

Dieses nette Kompliment erreichte uns kurz nach der Veranstaltung per mail: "Liebe Wischauer, nachträglich ein Dankeschön für einen Moment des zu Hause seins". und weiter ....… danke für die freundliche herzenswarme Aufnahme und Bewirtung und viele liebe Grüsse von unseren Landsleuten; es waren und bleiben für alle einige Tropfen Tau auf Herz und Seele, erfrischend auch für unsere weitere Erdenreise. Vergelts Gott und Auf Wiedersehen ….

Besuch Waiblingen 2017

 

Dorfmuseum Essingen
Dieter Schmidt und Dr. Dieter Bolten, die Vorsitzenden des Essinger Dorfmuseums erwarteten uns am Freitag, 5. Mai 2017, um im "Vertriebenenzimmer" zwei Vitrinen mit Wischauer Objekten zu bestücken. Das Fachwerkhaus war einst das Essinger Rathaus und wird jetzt zum neuen Dorfmuseum mit vielen alten Raritäten umgebaut. Wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird dieses Museum sicher eine besondere Attraktion am Dorfplatz sein. Viele Objekte und Gegenstände der unterschiedlichsten Art kann man auch jetzt schon bewundern. Besondere Höhepunkte sind neben vielen Einzelobjekten:  Räumlichkeiten einer alten Küche, ein komplettes Schulzimmer, ein betriebsbereiter  Frisiersalon und eine Puppenstubensammlung
Zu unterschiedlichen Zeiten werden hier auch Sonderausstellungen gezeigt und Kurse gegeben.
Wir haben unsere mitgebrachten Objekte zusammen mit Trachtenteilen von Wilfried Ribnitzky, der in Essingen wohnt und früher das Vereinsleben des Ortes mit gestaltete, in den Vitrinen dekoriert. Wir freuen uns, dass wir in diesem Haus mit dabei sein dürfen und hoffen auf viele Besucher! RR

Dorfmuseum Essingen 2017

 

 

Das 23. Wischauer Seminar in Kollbach
in Folge war wieder ein voller Erfolg. Es kamen am 19. und 20. November 2017 ausgezeichnete Referenten zu uns, und die insgesamt ca. 7.000 zurückgelegten Kilometer der Besucher haben sich mehr als gelohnt, denn es war für jeden etwas dabei. Wie immer begannen wir das Seminar mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Wahre Freundschaft" – dessen Inhalt auch sinnbildlich für unsere Zusammenkünfte ist.
Anschließend stellte Monika Ofner-Reim, die durch das Programm führte, alle Teilnehmer persönlich, vor.
Rosina Reim schloss sich mit dem Vortrag in Wort und Bild über alle Aktivitäten der Gemeinschaft im vergangenen Wischauer Jahr an. Wieder einmal kann unsere Gemeinschaft auf ein sehr vielfältiges und interessantes Jahr mit vielen Veranstaltungen und Begegnungen zurückblicken: über jedes einzelne Projekt wurde zu gegebener Zeit bereits in unserem Heimatboten berichtet.
Leopold Schurius, geboren in Kutscherau, referierte über die "Vertreibung im Viehwaggon vor 70 Jahren" und alle haben seinem Vortrag gebannt zugehört: diejenigen, die die Vertreibung am eigenen Leib erfahren haben, hatten oft ähnliche Erlebnisse und erinnerten sich daran. Für diejenigen aus der Nachfolgegeneration war es sehr interessant, einmal detailliert zu erfahren, wie die Vertreibung konkret abgelaufen ist, welche Entscheidungen getroffen werden mussten, und welche Gedanken und Ängste unsere Vorfahren hatten. Nachdem dieses Referat sicher auch viele interessiert, die nicht am Seminar teilnehmen konnten, wird es in voller Länge an einer anderen Stelle in diesem WHB veröffentlicht.
Als nächstes folgte ein Vortrag von Horst Schickl, geboren im Dorf Tschechen, über die Jagd in der Heimat. Der Vortrag war besonders interessant, weil er von einem Erlebnis nach dem Krieg handelte, und zwar in der Zeit des Alexander Dubcek, Vorsitzender der KP in der CSSR. Die Eltern von Horst Schickl, die in Tschechen einen großen Hof bewirtschafteten, besuchten nach der Vertreibung des Öfteren ihre ehemalige Heimat. Schon zu dieser Zeit fiel auf, dass es hier besonders viel Niederwild (Hasen und Fasane) gab. Das Jagdrecht für diese Tiere lag bei den Bauern und Handwerkern. Das Jagdrecht für Hochwild jedoch war den Adligen, dem Klerus und den Hohen Herren vorbehalten. Horst Schickl's Hobby wurde später die Jagd, und irgendwann hatte er einen Wunsch, einmal im Lande seiner Vorfahren jagen zu können. Sein Onkel Josef Schedy erfüllte ihm diesen Wunsch, und so fuhr er zusammen mit vier Jagdfreunden im Jahre 1968 zu seinem Verwandten nach Rausnitz, um dort in den umliegenden Feldern an der großen Kreisjagd teilzunehmen. In sehr amüsanter Weise erzählt uns Horst Schickl dann von den Erlebnissen dieser Reise – vom unkomplizierten Grenzübertritt über den Ablauf der Jagd bis hin zu den landestypischen Geschenken und Gepflogenheiten. Auch diesen Beitrag können Sie im Heimatboten detaillierter nachlesen.

Nach der Kaffeepause – wie immer mit einem ganz tollen, speziellen Kuchenbuffet der Wischauer Frauen – stand Herr Dr. Ortfried Kotzian, Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung und Direktor des neuen Sudetendeutschen Museums in Münchens, im Mittelpunkt.
Dr. Kotzian lieferte einen geschichtlichen Überblick über die "verschiedenen Wellen von Flucht und Vertreibung". Denn bereits vor der Vertreibung der Sudetendeutschen  gab es in Europa größere Wellen, in denen Menschen ihre angestammte Heimat verlassen mussten, wie z.B. in den anfänglichen Umsiedlungsaktionen der deutschen Bevölker8ung aus dem Baltikum, Wolhynien, der Bukowina oder Bessarabien in das Deutsche Reich ("Heim-ins-Reich-Politik"). Später wurden in den neu besetzten Gebieten große Teile der dort lebenden Bevölkerung enteignet und umgesiedelt und stattdessen "Volksdeutsche" neu angesiedelt. Schließlich flüchteten im Winter 1944/45 die Deutschen u.a. aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien. Nach Kriegsende bis Mitte August folgten die sogenannten wilden Vertreibungen": auf der Potsdamer Konferenz im August 1945 stimmten dann die Siegermächte den sogenannten "humanen und geordneten Vertreibungen" zu, die weitere zwei Millionen Sudetendeutsche betraf – und die für die Betroffenen sicher nicht human waren. Alles in allem bedeutete der Zweite Weltkrieg für ca. 20 Millionen Menschen in Europa den Verlust ihrer Heimat. Die letzte große Welle, die in diesem Zusammenhang zu sehen ist, ist die der Spätaussiedler/Russlanddeutschen, die sich nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs ab 1989 vermehrt wieder in Deutschland angesiedelt hatten. Diesen spannenden Exkurs in die jüngste Geschichte untermalte Herr Dr. Kotzian mit detaillierten Landkarten, die zeigten, welch enorme Völkerbewegungen in den  letzten 100 Jahren stattgefunden haben.


Die nächste Referentin war Kristina Swobodnikova, heute noch in der Nähe der ehemaligen deutschen Sprachinsel wohnend. Sie erzählte sehr ausführlich über unsere ehemaligen Dörfer; sie stellte jedes Dorf der Reihe nach vor, und was sich im letzten Jahr dort ereignet hat. Sie hält gute Beziehungen sowohl zu den örtlichen Institutionen und Bürgermeistern, wie auch zu den Privatpersonen – und dabei erhält sie ständig neue Informationen über unsere Wurzeln. Die letzte noch lebende Bewohnerin der ehemaligen deutschen Sprachinsel ist Frau Theresia Kalatschek, geborene Prichystal. Sie lebt in einem Haus am Dorfrand von Kutscherau und freut sich immer sehr, wenn Kristina sie besucht. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, den detaillierten und ausführlichen Bericht von Kristina genau nachlesen möchten, können Sie diesen gerne bei mir anfordern.
Der letzte Beitrag des Tages stammte von Norbert Herrling und Leif Andresen. Sie zeigten anhand einer reichhaltigen Fotoschau viele Bilder aus unserer ehemaligen Heimat, die sie von ihrer Reise im August 2016 mitgebracht haben. Die vielseitige Präsentation war besonders für die Leute interessant, die schon länger nicht mehr "dahuam" waren, um ihre Heimatdörfer zu besuchen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen begann der "gemütliche Teil" des Abends, der in bewährter Art und Weise und unserem Musikduo Burgl und Hardl gestaltet wurde. Und damit alle mitsingen können (auch über die erste Strophe hinaus), haben die beiden ein Musikheft mit vielen bekannten Liedern aus der Heimat erstellt.
Als zusätzlichen Programmpunkt – und nach dem großen Erfolg im letzten Jahr  hat Gernot Ofner wieder eine Dia-Rate-Show nach dem Muster von Dalli Klick vorbereitet. Oft wurde sehr schnell erraten, was sich hinter dem Bildausschnitt verbirgt, was heißt, dass sich die die Besucher gut in ihrer Heimat auskennen.  Danach folgten wieder gemeinsam gesungene Lieder und zwischendurch kleine Mundartberichte über die heimatlichen Bräuche. Der Abend in schöner freundschaftlicher und heimatlicher Atmosphäre verging wie im Flug!

Der Sonntagvormittag begann mit einem kurzen Gedenken, das Anneliese Kästl für uns ausgesucht hat.
Schon seit jeher ist ein besonderer  Höhepunkt der Vortrag von Thomas Janschek, im Hauptberuf Agraringenieur in der Hallertau. Er erzählte "Als ich 1998 im Rahmen meiner Diplomarbeit über die Mythologie von Bäumen "Baumgeschichten" sammelte, wurde mir bewusst, wie vielfältig diese Beziehungsformen der Menschen zu Bäumen sein können. Seither sammle ich Baumgeschichten aus allen Gegenden". Dabei kann der Baum von uns Menschen in zweierlei Hinsicht betrachtet werden. Zum einen als seelenlose Nutzpflanze, die unsere Bedürfnisse an Nahrung und Rohstoff befriedigt, zum anderen in ihrer Wesenhaftigkeit und vielschichtigen Symbolik der Märchen, Mythen und Bräuche. Gerne erinnert sich der gekonnte Erzähler gerade an ältere Menschen, die ihm für seine Recherchen so manche lustige, traurige, spannende, ja manchmal sogar tragische "Baumgeschichte" erzählen können. Janschek hat viele interessante Geschichten rund um die Bäume auf Lager: Napoleon nahm in seinem Tross immer Rutengänger mit, damit die Soldaten immer frisches Wasser bekamen. Jedes Holz hat seine Symbolik. "Die "Butzerl" lagen früher, als die Säuglingssterblichkeit noch hoch war, immer in einer Wiege aus Ebereschenholz, weil das ein besonders zäher Baum ist und seine Zähigkeit sollte sich auf die Kinder übertragen. Und der Mistelzweig wird aufgehängt, weil er die Stuben beschützt. 2016 war die Linde der Baum des Jahres.  Weitere Informationen auf den Webseite von Thomas Janschek: www.baumgeschichten.de
Monika Ofner-Reim beendete das Seminar, nachdem alle Fragen beantwortet und die kommenden Termine abgesprochen waren.  Eine interessante Veranstaltung, aus der man viel Geschichte sowie Themen rund um unsere Sprachinsel mit nach Hause nehmen konnte. Das 24. Seminar im Jahre 2017 wurde bereits in die Planung aufgenommen.
Der begleitende Advents- und Weihnachtsbazar unter Christine Legner wurde wie immer sehr gut besucht und so manche Rarität konnte mit nach Hause genommen werden. MOR/RR

 

 

Bilder zum Sudetendeutscher Tag 2016

Sie finden das "Wischauer Heimatlied" auf Youtube

Aus Böhmen kommt die MusikInternetveröffentlichung vom 1q24.2017 bis 28.4.2017

Bilder zur Wallfahrt 2016

Bilder zum Seminar Kutscherau 2016

Bilder zum Heimattreffen in Aalen 2016

Bilder zur Ausstellung Fachsenfeld 2016

Bilder zum Trachten- und Schützenzug 2015

Bilder zum Seminar Kutscherau 2015

Bilder zum Besuch des Schirmherrns OB Rentschler 2015

Bilder zur Sprachinselreise 2015

Bilder zur Versöhnungswallfahrt 2015

Bilder zu Sudetendeutscher Tag 2015

Bilder zum Vertriebenengedenktag 2014

Bilder zu Sudetendeutscher Tag 2014

Bilder zu Trachtenschau im HdO 2014

Weitere Bilder zum Trachten- und Schützenzug und http://sdrv.ms/1bF72Sp

Bilder zu Housntrocha und Riech 2014

Bilder zum Besuch Wischauer Jugendliche in Aalen 2013

Bilder zu Aalen International 2013

Bilder zum Heimattreffen 2013

Bilder zur Ausstellung im Schloss Wischau 2013

Bilder zum Sudetendeutschen Tag 2013